Der Regenbogenzupfkuchen

Bericht aus der Corona-Krise in Berlin vom 21.03.2020

Nach einer Woche geschlossenen Kitas, muss man sich langsam etwas mehr Programm für den Zwerg ausdenken, damit man nicht selbst anfängt sich zu langweilen. Daher wollte ich mit dem Zwerg zusammen einen Kuchen backen. Das Rezept war schnell ausgesucht. Es sollte ein Regenbogenzupfkuchen werden. Blauäugig schrieb ich die nötigen Zutaten auf und ging zusammen mit Fridolin und dem Zwerg unseren Wocheneinkauf einholen. Dann sahen wir unseren Supermarkt und schnell wurde klar, dass wir möglicherweise an der einen oder anderen Stelle würden improvisieren müssen, denn die Regale waren an einigen Stellen weitestgehend leer. Trotzdem bekamen wir letztlich eigentlich alles, was wir brauchten, wenn auch manchmal von einer anderen Marke, als wir sie sonst einkaufen. Nur Quark gab es nicht mehr. So gar nicht. Überhaupt das ganze Milchprodukteregal war fast leer. Das einzige, was Fridolin nach einiger Suche finden konnte, war Quarkspeise. Also beschlossen wir, wir probieren den Kuchen statt mit Magerquark mit Quarkspeise.

Bevor ich anfing mit dem Backen, habe ich alle Zutaten abgewogen und in Schüsseln gefüllt. Diese stellte ich dann auf einen kleinen Tisch, wo der Zwerg auch schon ran kommt und Fridolin erklärte ihm, während ich die restlichen Sachen noch vorbereitete, was in den Schüsseln ist und wie die Zutaten heißen. Kosten durfte der Zwerg auch. Salz wollte er nicht nochmal probieren, aber in die Zuckerschüssel wanderte der kleine Finger immer wieder.

Ich zeige dir jetzt das Rezept für den Regenbogenzupfkuchen und unsere Abwandlungen.

Zutaten

Für den Teig

250 g Butter; die war auch leer, deshalb haben wir Margarine verwendet

Fett für das Blech; wir haben eine große Auflaufform genutzt, das ging auch gut, macht den Kuchen nur sicher etwas höher

550 g Mehl

220 g Zucker

1 Prise Salz

1 Ei (Größe M)

bunte Lebensmittelfarbe

 

Für die Quarkmasse

250 g Butter; auch hier Margarine bei uns

1 kg Magerquark; 500 g Pfirsich-Maracuja-Quarkspeise und 500 g Stracciatella-Quarkspeise mit jeweils 0,2 % Fett, denn es gab auch nicht mehr zwei Mal die gleiche Sorte

250 g Zucker; den haben wir bei unserer Variante dann weggelassen, da die Quarkspeise schon ausreichend Zucker mitbrachte

4 Eier (Größe M)

2 Pck. Vanillepuddingpulver (für 500 ml Flüssigkeit); hier hatte ich kurz überlegt sie wegzulassen, da die Quarkspeise schon Zucker und Geschmack enthielt, aber Fridolin überzeugte mich, dass Puddingpulver auch als Stabilisator der Quarkmasse dienen wird, deshalb kam auch das Puddingpulver in unsere Masse

1 Prise Salz

2 TL fein abgeriebene Zitronenschale (Bio)

Rezept

  1. Backblech fetten. Mehl mit Zucker und Salz mischen. Butter (Margarine) in Würfeln zugeben. Mix mit Ei und 3-4 EL kaltem Wasser zu einem Streuselteig verkneten. Achte hier bei der Variante mit Margarine unbedingt darauf, dass diese kalt ist, sonst wird der Teig nur Matsch, aber bei zu weicher Butter würde das ebenfalls passieren.
    Ein Viertel des Teiges abnehmen und in 4-5 Portionen teilen. Mit Lebensmittelfarben nach Belieben bunt einfärben. Bunte Teige beiseitelegen. Restlichen Teig auf dem Blech (in der Auflaufform) verteilen, andrücken, einen ca. 2 cm hohen Rand formen. Ofen auf 180 Grad (Umluft: 160 Grad) vorheizen.
  1. Butter (Margarine) zerlassen und etwas abkühlen lassen. Quark (Quarkspeise) mit Zucker (bei uns nicht), Eiern, Puddingpulver, Salz und Zitronenschale glattrühren. Zum Schluss Butter (Margarine) unter Rühren zugeben. Quarkmasse auf dem Boden verteilen und glattstreichen. Glattstreichen war bei uns nicht notwendig, die Quarkspeise floss direkt glatt.

  2. Die bunten Teige in kleine Stücke reißen und auf dem Kuchen verteilen. Zupfkuchen im unteren Drittel des Backofens ca. 45 Minuten backen. Ich habe unseren Kuchen letztlich fast eine Stunde drin gelassen, weil er mir nach der vorgeschlagenen Zeit noch zu wabblig gewesen ist, aber das könnte natürlich an der Quarkspeise liegen, die deutlich flüssiger war, als es Magerquark für gewöhnlich ist.

Fazit

Der Kuchen ist am Ende wirklich lecker und auch ansehnlich geworden. Das mit dem Zusammenbacken mit dem Zwerg hat allerdings noch mäßig gut geklappt. Erst hat er, solange die Zuckerschüssel noch da stand, sich davon auch nicht wegbewegt und fleißig genascht. Dann hat er hauptsächlich interessiert zugeschaut, statt mir etwas vom Tisch zu bringen. Aber das ist nicht schlimm, es hat uns beiden trotzdem viel Spaß gemacht. Am interessantesten fand er das einfärben der Teige, aber anfassen wollte er diese mit dem Klecks Lebensmittelfarbe nicht. Das war ihm scheinbar unheimlich. Dafür hat er mitgeholfen den Teig in die Auflaufform zu drücken und hat anschließend noch mit einer kleinen Teigrolle den Teig glatt gerollt. Am meisten Spaß gemacht hat ihm dann das Reinsetzen bzw. kanonenmäßige Reinfeuern der bunten Teigstücken in die Quarkmasse. Diese sind in der weichen Quarkmasse weit eingesunken und schön matschig geworden von der Feuchtigkeit der Masse, auch noch nach dem Backen. Nur große Stücken sind etwas knusprig geworden und schauten noch hervor.

Auch wenn ich diese Hamsterkäufe absolut unsolidarisch finde, hatten sie etwas Gutes. Wir konnten erfinderisch werden. Wobei ich mich das ohne Fridolins Ach-das -klappt-schon-Einstellung sicher nicht getraut hätte und vielmehr gesagt hätte, wir können den Kuchen nicht machen.

Ich hoffe, dir und deinen Lieben geht es gut und auch trotz des bundesweiten Kontaktverbotes verbringst du ein paar schöne Tage.

Ich wünsche dir einen wundervollen kreativen Tag

Helen

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